
CoP-PM: Reife vs unreife Projektorganisation (Community of Practice Projektmanagement)
In dieser Veranstaltung beleuchten wir die Unterschiede zwischen reifen und unreifen Projektorganisationen und deren Auswirkungen auf die Projektdurchführung.
Veranstaltungsort
Union Investment Gruppe (NM)Neue Mainzer Straße 14
60311 Franfurt/Main, Deutschland
Beschreibung
Eine reife Projektorganisation zeichnet sich durch klar definierte Prozesse, effektive Kommunikation und eine starke Projektkultur aus, was zu einer höheren Erfolgsquote und effizienteren Abläufen führt. Im Gegensatz dazu kämpfen unreife Projektorganisationen oft mit unklaren Strukturen, mangelnder Transparenz und ineffizienten Arbeitsweisen, was zu Verzögerungen und erhöhten Risiken führt.
Wir diskutieren, wie man die Herausforderungen einer unreifen Projektorganisation identifizieren und angehen kann, um die Reifegradentwicklung zu fördern. Dabei werden Strategien zur Prozessoptimierung, Teamentwicklung und Implementierung von Best Practices vorgestellt. Ziel ist es, den Teilnehmern Werkzeuge an die Hand zu geben, um die Effizienz und Effektivität ihrer Projekte zu steigern, unabhängig vom aktuellen Reifegrad ihrer Organisation.
Veranstaltungsreihe Community of Practice Projektmanagement (CoP-PM)
Die Community of Practice ist eine monatliche Veranstaltung, die sich an Projektleiter und Projektmanagement-Enthusiasten richtet. Die Grundidee dieser Community besteht darin, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Gleichgesinnte treffen und ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen im Bereich des Projektmanagements austauschen können.
Jeden Monat wird ein neues Projektmanagement-Thema diskutiert, das von Experten und erfahrenen Praktikern präsentiert wird. Diese Themen umfassen eine breite Palette von relevanten Aspekten, wie beispielsweise Projektplanung, Risikomanagement, Teamführung, Kommunikation und Stakeholder-Management. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern, neue Einblicke zu gewinnen und bewährte Praktiken kennenzulernen, die in realen Projekten erfolgreich angewendet wurden.
Nach der Veranstaltung besteht optional die Möglichkeit, an einem Abendessen auf eigene Rechnung teilzunehmen. Dieser informelle Teil bietet eine zusätzliche Gelegenheit zum Networking und zur Vertiefung der Gespräche. Es ermöglicht den Teilnehmern, sich in einer entspannten Atmosphäre weiter auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und wertvolle Beziehungen zu anderen Projektleitern aufzubauen.
Die Community of Practice - Projektmanagement fördert den Wissensaustausch und die Vernetzung innerhalb der Projektmanagement-Gemeinschaft. Sie bietet eine wertvolle Plattform für den professionellen Austausch, um die Effektivität und Effizienz von Projekten zu verbessern. Die Teilnahme an dieser monatlichen Veranstaltung stärkt das Projektmanagement-Know-how jedes Einzelnen und trägt zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung bei.
In der Community of Practice ist eine konstante Teilnehmerschaft erwünscht, um einen vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen.
In der Community of Practice ist eine konstante Teilnehmerschaft erwünscht, um einen vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen. Interessenten nehmen gerne mit den Veranstaltern Kontakt auf.
Information unter: https://fg-wi-pm.gi.de/fachgruppe/community-of-practice-projektmanagement
Programm
- Impulsvortrag
- Diskussion
- Ergebnisssicherung
- Austausch/Networking
Referent*innen

Anne Tenzer
Senior Change & Transformation Manager, CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V.
Anne Tenzer ist Changemanagerin bei einer internationalen NGO und begleitet Transformations- und Digitalisierungsprojekte in der globalen Organisation. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Betriebswirtin (BA) begann sie ihre berufliche Laufbahn bei einem renommierten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus im Bereich Asset Management. Anschließend war sie 13 Jahre bei einer großen Fondsgesellschaft in Frankfurt am Main als Senior Projektleiterin für komplexe, teilweise internationale Projekte tätig. Dort leitete sie Projekte in den Bereichen Prozessoptimierung, Regulatorik sowie Softwareentwicklung und -migration in der Finanzdienstleistungsbranche. Anne ist Certified Project Manager (IPMA Level C) und engagiert sich in der Fachgruppe Projektmanagement der Gesellschaft für Informatik e.V.
Bericht
Am 1. Juli 2025 fand in Frankfurt/Main das Treffen der „Community of Practice Projektmanagement“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Fachgruppe Projektmanagement der Gesellschaft für Informatik e.V. organisiert und bot Projektleitern und PM-Experten die Möglichkeit, sich intensiv mit aktuellen Fragestellungen des Projektmanagements auszutauschen.
Im Mittelpunkt stand diesmal das Thema „Reifegrade der Projektorganisation“, das von Anne Tenzer präsentiert wurde. Anne Tenzer ist Projektleiterin bei der CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V. und verantwortet weltweit Hilfsprojekte. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Betriebswirtin (BA) begann sie ihre Karriere bei einem renommierten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus im Bereich Asset Management. Anschließend war sie 13 Jahre als Senior Projektleiterin bei einer großen Fondsgesellschaft in Frankfurt tätig, wo sie komplexe, oft internationale Projekte in den Bereichen Prozessoptimierung, Regulatorik sowie Softwareentwicklung und -migration leitete. Anne Tenzer ist Certified Project Manager (IPMA Level C) und engagiert sich aktiv in der Fachgruppe Projektmanagement der Gesellschaft für Informatik e.V.
Das Treffen startete mit der Erläuterung der Relevanz des Themas: Die Reife einer Projektorganisation ist ein maßgeblicher Erfolgsfaktor für Projekte. Reife Organisationen zeichnen sich durch klar definierte Strukturen, transparente Entscheidungswege und eine unterstützende Unternehmenskultur aus. Im Gegensatz dazu stehen unreife Organisationen, die häufig unter fehlender Standardisierung, unklaren Verantwortlichkeiten und mangelnder Zusammenarbeit leiden.
Die Teilnehmer erhielten einen systematischen Einblick in Kriterien und Merkmale, die zur Einordnung des Reifegrads einer Projektorganisation herangezogen werden können. Reife Organisationen verfügen über dokumentierte Projekt-Handbücher, strukturierte Entscheidungsprozesse, eine ausgeprägte cross-funktionale Zusammenarbeit sowie eine differenzierte Budgetierung und Priorisierung von Projekten. Unreife Organisationen hingegen kämpfen mit fehlenden Standards, unklaren Entscheidungswegen, fragmentierter Zusammenarbeit und schwacher Ressourcenzuteilung.
Die Präsentation wurde durch praxisnahe Beispiele illustriert: Ein Finanzdienstleister als Beispiel einer reifen Organisation stand einer NGO gegenüber, die eine unreife Projektorganisation repräsentiert. In der sich anschließenden lebhaften Diskussion tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Herausforderungen aus. Thematisiert wurden unter anderem die Einführung von Projekt-Handbüchern, die Etablierung klarer Entscheidungswege und die kulturellen Herausforderungen bei der Entwicklung einer reifen Organisation. Besonders wurde hervorgehoben, wie wichtig das Commitment der Führungsebene und die Förderung von Knowhow und Kompetenzen sind.
Vertieft wurde die Diskussion an zentralen Leitfragen: Im Bereich Prozesse und Rollen wurde intensiv erörtert, wie wichtig standardisierte Projekt-Handbücher für den Projekterfolg sind. Vor allem unreife Organisationen benötigen Orientierung, haben aber oft mit Widerständen wie fehlender Akzeptanz oder fehlenden Ressourcen für Dokumentation zu kämpfen. Entscheidungswege wurden als kritischer Erfolgsfaktor für Effizienz und Qualität identifiziert, wobei fehlende oder intransparente Prozesse zu Verzögerungen führen können. Die Teilnehmenden tauschten wirksame Ansätze zur klaren Abgrenzung zwischen Linien- und Projektorganisation aus.
Im Bereich Unternehmenskultur und Management-Kultur wurde diskutiert, dass eine unterstützende Kultur entscheidend für die Reife der Organisation ist. Herausforderungen wie Silodenken, mangelnde cross-funktionale Zusammenarbeit und schwaches Projektverständnis im Management wurden benannt. Der Erfahrungsaustausch zeigte Maßnahmen auf, um kulturelle Barrieren etwa durch Trainings oder bewusstes Vorleben der Führungskraft zu überwinden.
Knowhow und Skills der Mitarbeitenden waren weitere Schwerpunkte: Fortlaufende Weiterbildung, Mentoring und Job-Rotation wurden als wichtige Instrumente zur Kompetenzentwicklung hervorgehoben. Die Identifikation von Kompetenzlücken stellt in vielen Organisationen eine Herausforderung dar.
Zur Budgetierung und Projektvolumen wurde berichtet, dass in unreifen Organisationen oft eine unklare Trennung zwischen Linien- und Projektbudgets besteht, was zu Ressourcenineffizienzen führt. In reifen Organisationen herrscht dagegen ein klarer, zahlenbasierter Ansatz. Auch die Priorisierung und Bewertung von Projekten stand im Fokus, wobei Methoden wie Portfolio-Bewertungen und Strategieworkshops als wichtig erachtet wurden, um die Projektlandschaft an den Unternehmenszielen auszurichten.
Abschließend wurde gemeinsam festgehalten, dass der Reifegrad von der gelebten Unternehmenskultur, den Kompetenzen der Mitarbeitenden und dem Management-Commitment maßgeblich abhängt. Eine universelle Lösung gibt es nicht, sondern Maßnahmen müssen individuell auf Organisation und Branche zugeschnitten sein. Der offene Austausch in der Community ermöglicht es, eigene Strukturen kritisch zu reflektieren und wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung zu gewinnen.
Die Veranstaltungsreihe der Community of Practice Projektmanagement findet regelmäßig statt und richtet sich an alle, die ihr Projektmanagement-Knowhow vertiefen und von den Erfahrungen anderer profitieren möchten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der Webseite der Fachgruppe Projektmanagement der Gesellschaft für Informatik e.V. (https://fg-wi-pm.gi.de) verfügbar.